Rein, reiner, am reinsten

Gewürze gelten als besonders ursprüngliche Naturprodukte – häufig noch von Hand geerntet und traditionell getrocknet. Doch bevor sie den Weg in die Lebensmittelindustrie und das Handwerk finden, werden sie in spezialisierten Gewürzwerken sorgfältig aufbereitet und veredelt. Moderne Verfahren stellen sicher, dass aus naturbelassenen Rohwaren hochwertige Produkte entstehen, die höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards entsprechen.
Lesezeit: < 1 Minute

Gewürzverarbeiter veredeln: Sie mahlen, zerkleinern, mischen und verpacken nicht nur, sie machen Gewürze auch erst zu einem Produkt, das den Qualitätsansprüchen von Lebensmittelindustrie und -handwerk genügt. Vor allem der aufwendige Reinigungsprozess lässt aus ursprünglichen Naturwaren Produkte entstehen, die jedem Standard genügen.

Im Gewürzanbau scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Viele der Spezereien gedeihen nur im Wildwuchs oder auf kleinen Parzellen. Die Bauern sammeln sie, wie eh und je, von Hand, trocknen sie auf Bastmatten, die den ganzen Dorfplatz beschlagnahmen. Kaum ein Lebensmittel ist ursprünglicher und näher an Mutter Natur als das Gewürz. Um es trotzdem den hohen Qualitätsnormen und Sicherheitswünschen der westlichen Verbraucher anzupassen, setzen die Gewürzverarbeiter auf einen hoch technisierten Reinigungsprozess.

Trifft beispielsweise ein Sack Pfeffer in einem Gewürzwerk ein, dann fließt sein Inhalt zunächst über große Magnetwalzen und Siebe, die größere und kleinere Fremdkörper aussortieren. So genannte Luftaspiration saugt Stäube und Feinstteile aus der Ware. Anschließend läuft der Pfeffer über den Steinauslöser, er sortiert Steine, die gleich groß und schwer sind, aus. Erst dann wird der Pfeffer geschrotet oder vermahlen.

GESIEBTE MILLIMETERARBEIT

Der größte Teil des Pfeffers wird zu Gewürzmischungen verarbeitet, die einen weiteren Reinigungsprozess erleben: Zunächst geht es zur Schutzabsiebung, sie dient vor allem dazu, mögliche Verunreinigungen, die sich etwa in den Maschinen eingestellt haben könnten, zu beheben: Detektoren erkennen alles, was aus Metall ist, und werfen es aus. Anschließend kommen noch einmal Siebe zum Einsatz, sie behalten alles zurück, was größer ist als die Mischung selbst. Millimeterarbeit ist hier gefragt: Die Lochgröße der Siebe beträgt zwischen 0,5 und zehn Millimeter im Durchmesser. Ist die Mischung fertig verpackt, passiert sie noch einmal den Metalldetektor, der eine letzte Sicherheitskontrolle unternimmt. Erst jetzt verlassen die Beutel, Dosen oder Eimer das geschlossene System im Gewürzwerk.

Bildnachweis: Shutterstock (limpido)

0 replies on “Rein, reiner, am reinsten”