Gewürze der Welt

Auf dem Basar der Gewürze: Koriander aus Marokko

Wer schon einmal über einen marokkanischen Souk gebummelt ist, der erinnert sich an seine quirlige Lebendigkeit, an seine Farbenpracht und – an seinen Duft. Zu ihm gehören geröstete, fein vermahlene Korianderkörner ebenso wie frisches
Koriandergrün, das die
Straßenverkäufer reichlich über dampfende Fleischtöpfe und Couscous-Schalen streuen. Marokko zählt zu den wichtigsten Koriander-Anbauländern weltweit. Wer einmal dort war, weiß warum.

Aus Vietnams Hochland: Pfeffer

Die ländlichen Gebiete Vietnams leben noch immer von der traditionellen Landwirtschaft, die eng mit den Jahreszeiten und den natürlichen Kreisläufen
verbunden ist. Im Hochland gedeihen nicht nur Reis und Kaffee, sondern auch das beliebteste Gewürz der Welt: Pfeffer.

Dill aus deutschem Kräuteranbau: Feines Fingerspitzengefühl

Dill zählt zu unseren beliebtesten Küchenkräutern. „Anethum graveolens“ findet sich aber nicht nur auf unseren Tellern – was wären Salate, Meeresfrüchte oder gebeizter Lachs ohne sein markantes Aroma –, der Dill fühlt sich auch auf unserem Acker wohl. pfeffer hat sich im deutschen Kräuteranbau umgesehen.

Genuss in der Stange: Zimt aus Sri Lanka

Süß, warm und irgendwie nach Weihnachten, so schmeckt Zimt. Das hellbraune Duftholz zählt in Deutschland zu den beliebtesten Gewürzen. Die Wurzeln des „Echten Zimts“ liegen auf Sri Lanka, dem einstigen Ceylon. Mit dem portugiesischen Seefahrer Vasco
da Gama, der 1498 auf der Insel anlandete, kam der Ceylon-Zimt nach Europa.

Frisch aus Ägypten: Basileus, König der Kräuter

Seit 3.000 Jahren wird Basilikum in Indien kultiviert und ist dort vermutlich auch zuhause. Erst im 12. Jahrhundert kam die aromatische Gewürz-, Heil- und Zierpflanze
in unsere Breiten. Ihre weltweit größten Anbaugebiete liegen heute, neben dem Mittelmeerraum und Asien, in Ägypten. Auch dort ist die Geschichte des Basilikums eine alte: Das intensiv duftende „Königskraut“ diente einst als Grabbeigabe.

Rotes Gold im Blütenkelch: Safran

Seit 3.700 Jahren reist der Safran um die Welt. Da sein Anbau und seine Ernte unendlich viel Handarbeit beanspruchen, der Ertrag aber minimal ausfällt, ist und bleibt er das teuerste Gewürz der Welt. Vielleicht fühlt sich das „rote Gold“ deshalb im Kanton Graubünden so wohl. Denn auch die Schweizer besitzen von jeher ein gutes Händchen für die kleinen, aber auch kostbaren Dinge des Lebens.

Sommerfrische: Zitronengras aus Sri Lanka

Der Inselstaat im Indischen Ozean ist ein Sehnsuchtsort: Sri Lanka. Üppig grüne Landschaften, aromenreiche Gewürze und eine ebensolche Küche. Wie schön, dass mit dem Zitronengras, das in Sri Lankas tropischem Klima bestens gedeiht, ein wenig Exotik zu uns hinüberschwappt.

Ein echter Neubürger: Bamberger Ingwer

Ingwer aus dem Frankenland, ja, gibt’s das denn? Manch einer mag sich verwundert die Augen gerieben haben, als er frischen „Bamberger Ingwer“ im Gemüseregal fand. Die Gewürzpflanze wächst tatsächlich nicht nur in den Tropen, sondern auch in unseren Breiten. Ein Versuchsanbau, der seit 2017 läuft, zeigt’s.

Indischer Weltenbummler: Kreuzkümmel

Sein Duft, frisch gemahlen, ist unnachahmlich: warm und schwer und süß. Aus gutem Grund kommt der Kreuzkümmel seit 5.000 Jahren in den Kochtopf. Er ist ein Alleskönner und zählt zu den wichtigsten Gewürzen der indischen Küche – und der ganzen Welt.

Evergreen aus Bayern: Petersilie

Das Petersiliensträußchen ist ein Klassiker. Und in ihm steckt das mit Abstand beliebteste Küchenkraut. Neben Osteuropa, den Niederlanden und Frankreich gilt Deutschland, speziell Bayern, als wichtigstes Anbaugebiet. pfeffer hat vorbeigeschaut.

Muskatnuss

Adel aus Indonesien: Muskatnuss und Macis

Gilt der Pfeffer auch als „König der Gewürze“, Muskatnuss und Macis gehören in jedem Fall zum Hochadel. Wer in ihrem Geschichtsbuch schmökert, der stößt auf reichlich Seemannsgarn und blutige Handelskriege. Indonesien, die einst sagenumwobene Heimat der Muskatnuss, gilt bis heute als ihr größtes Anbaugebiet.

Bärlauch

Bärlauch aus dem Zauberwald

Über lange Zeit lag er im Dornröschenschlaf. Als er vor wenigen Jahrzehnten daraus erwachte, überraschte – kurz – sein starkes, knoblauchartiges Aroma. Dann aber war der Bärlauch in aller Munde. Heute gehören seine delikaten Blätter zu den Frühlingsboten schlechthin. Wie schön, dass sich das Wildkraut in Deutschland daheim fühlt.